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Startendes Flugzeug (Licensed under Public domain via Wikimedia Commons)
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03.02.2017

Schutzgemeinschaft fordert sofortige Einrichtung von Ultrafeinstaubmessstationen

Die Schutzgemeinschaft Umlandgemeinden Flughafen Schönefeld e.V. schließt sich der Forderung der BER-Anliegergemeinde Blankenfelde-Mahlow nach Einrichtung von Ultrafeinstaubmessstationen durch das Land Brandenburg noch vor der zeitweisen Abschaltung der zukünftigen BER-Nordbahn Mitte Juli 2017 an.

Nur so könnten die für einen Vorher-Nachher-Vergleich der vom Flughafenstandort Berlin-Schönefeld ausgehenden Ultrafeinstaubbelastung erforderlichen empirischen Messdaten gewonnen werden. Diese historisch sicherlich letzte Chance zu einer Nullmessung ohne Flugbetrieb dürfe nicht ungenutzt verstreichen.

Der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft, Carl Ahlgrimm (Bürgermeister von Großbeeren) und der Bürgermeister der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, Ortwin Baier, haben sich heute mit einem Schreiben an den Brandenburger Ministerpräsidenten, den Flughafenkoordinator der Brandenburger Landesregierung, Staatssekretär Rainer Bretschneider, und den Brandenburger Umweltminister Jörg Vogelsänger gewandt, in dem sie auf die Einrichtung von landeseigenen Ultrafeinstaubmessstationen im Flughafenumfeld bis spätestens Mitte Juli 2017 drängen.

Der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft, Carl Ahlgrimm (Bürgermeister von Großbeeren) äußerte sich zu diesem Schreiben wie folgt:

"Andere Bundesländer wie Hessen sind bereits wesentlich weiter, was die landesumweltbehördliche Messung von Ultrafeinstaub im Umfeld des dortigen großen Flughafens Frankfurt/Main angeht. Das Land Brandenburg hat im Jahr 1996 dem so genannten Konsensbeschluss für den raumordnerisch nachweislich damals wie heute vollkommen ungeeigneten Standort des BER in Berlin-Schönefeld zugestimmt. Deshalb sehen wir das Land in einer besonderen politischen Verantwortung, die gesundheitlichen Auswirkungen dieses Flughafens auf zehntausende Brandenburger Anwohner wissenschaftlich zu dokumentieren und zu untersuchen."

Der Bürgermeister der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, Ortwin Baier, äußerte sich wie folgt:

"Ultrafeinstaub steht im epidemiologischen Verdacht, im Vergleich der verschiedenen Luftschadstoffe besonders gesundheitsschädlich auf den menschlichen Organismus zu wirken. Bisher gibt es keinen EU- oder bundeseinheitlichen Grenzwert für Ultrafeinstaub. Einer der wesentlichen Gründe für diese beklagenswerte Tatsache ist mit Sicherheit im derzeit noch zu geringen empirischen Forschungsstand zu Ultrafeinstäuben zu suchen.

Doch je mehr empirische Messdaten vorliegen und epidemiologisch ausgewertet werden können, desto schneller wird die Forschung Fortschritte machen und desto eher wird es zu einer wissenschaftlich fundierten politischen Festlegung eines Ultrafeinstaub-Grenzwertes kommen.

Mit dem German Ultrafine Aerosol Network (GUAN) existiert bereits ein kooperatives Forschungsnetzwerk, das derzeit 17 über das ganze Bundesgebiet verteilte Ultrafeinstaubmessstationen umfasst und an dem sowohl das Umweltbundesamt als auch die Umweltämter einiger Bundesländer beteiligt sind.

An dieses Forschungsnetzwerk könnte sich das Brandenburger Landesumweltamt mit landeseigenen Ultrafeinstaubmessstationen im Umfeld des zukünftigen BER einklinken. Über GUAN könnte sich das Land auch UFOPLAN-Fördermittel des Bundes für die Erstellung dieser Stationen beschaffen.

Es muss jetzt sehr schnell gehandelt werden. In diesem Jahr könnte zum höchstwahrscheinlich letzten Mal vor der Inbetriebnahme des Flughafens BER eine Ultrafeinstaub-Nullmessung ohne Flugbetrieb durchgeführt werden. Möglich wird dies durch die mehrmonatige Stilllegung der BER-Nordbahn ab Mitte Juli 2017.

Vorausgesetzt, die Ultrafeinstaubmessstationen des Landesumweltamtes wären bis dahin in Betrieb, könnten Messdaten für einen Vorher-Nachher-Vergleich der Ultrafeinstaubbelastung des Flughafenumfeldes zwischen dem derzeitigen Flughafen SXF (mit und ohne Flugbetrieb) und dem zukünftigen Flughafen BER gewonnen werden. Eine solche Chance zu einer Nullmessung wird sich bis zur Inbetriebnahme des BER mit Sicherheit nicht noch einmal bieten.

Als Bürgermeister der vom BER am stärksten betroffenen Brandenburger Anliegergemeinde mit inzwischen 27.000 Einwohnern erwarte ich ein entschiedenes Handeln der Landesregierung in dieser Angelegenheit."

Die Schutzgemeinschaft Umlandgemeinden Flughafen Schönefeld e.V. ist ein im Jahr 1996 gegründeter Interessenzusammenschluss von Brandenburger Anliegerkommunen des zukünftigen Flughafens BER. Der Schutzgemeinschaft gehören derzeit die acht Kommunen Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde, Erkner, Großbeeren, Grünheide, Ludwigsfelde, Schulzendorf und Zeuthen an.

 

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