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Festveranstaltung in der Gemeinde
23.04.2015

Mit Steinen gegen das Vergessen

Zu einer besonderen Gedenkveranstaltung trafen sich am 22. April Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde um gemeinsam dem 70. Jahrestag der Befreiung des Ausländerkrankenhauses Mahlow zu gedenken. Auf dem ehemaligen Industrieareal am Ende der Blankenfelder Ahornstraße war zwischen 1942 und 1945 ein zentrales Krankenhaus für ausländische Zwangsarbeiterinnen und Arbeiter eingerichtet. Hier kamen 1494 Männer, Frauen und Kinder ums Leben.

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Frau Dr. Kersting gibt eine Einführung in die Geschichte des Ausländerkrankenhauses © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung erinnerte Bürgermeister Ortwin Baier an den Entstehungsprozess dieses Gedenkorts. "Die Geschichte dieses Ortes während des Nationalsozialismus war über die Jahrzehnte zunehmend in Vergessenheit geraten. Deshalb entschloss sich die Gemeinde - angestoßen durch einen im Jahr 2010 gefassten Gemeindevertretungsbeschluss - Anstrengungen zu unternehmen, um die Erinnerung wachzuhalten."

Um zu diskutieren, wie dies am besten geschehen könnte, hat sich die Ideenwerkstatt diesem Thema angenommen. Engagierte Bürgerinnen und Bürger überlegen darin gemeinsam, wie man diesen Ort im Gedächtnis bewahren kann.

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Teilnehmer der Veranstaltung nahmen sich Steine, um diese auf der Fläche der ehemaligen Baracke zu verteilen © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Im Anschluss an den Bürgermeister gab Frau Dr. Kersting, ebenfalls Mitglied der Ideenwerkstatt, einen kurzen historischen Überblick zur Geschichte des Ausländerkrankenhauses. "Das Lager umfasste 25 Baracken, darunter 10 Krankenbaracken mit mehr als 800 Betten. Bis zur Befreiung durch die Roten Armee starben an diesem Ort 1494 Menschen überwiegend aus Russland, der Ukraine, aus Polen und weiteren europäischen Nationen."

Anschließend lud die Mahlower Ortsvorsteherin Regina Bomke die Anwesenden ein an einer besonderen Gedenkaktion teilzunehmen. Anlässlich Veranstaltung wurden 1500 Steine bereitgelegt. Jeder dieser Steine steht symbolisch für einen Toten des Ausländerkrankenhauses. "Steine gelten in vielen Kulturen als Erinnerung an die Toten, weil Steine überdauern und sich gegen die Zeit stellen. Sie stemmen sich gegen das Vergessen." Die Teilnehmer waren nun eingeladen diese Steine auf dem Areal einer ehemaligen Baracke des Ausländerkrankenhauses zu verteilen.

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Mit Steinen wurde der Grundriss der alten Baracke nachgebildet © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Während dieser Aktion hatten die Anwesenden die Möglichkeit der Toten zu gedenken. Ebenso wie die vielen Verstorbenen, ist auch jeder Stein, durch Form, Größe und Gewicht, einzigartig. Auch ließ sich durch die schiere Zahl der Steine und die Dauer der Aktion ermessen, wie groß die Zahl 1494 wirklich ist. Unter den Gästen entstand eine besondere melancholisch-nachdenkliche Stimmung.

Neben Einwohnern der Gemeinde nahmen auch viele Gemeindevertreter, aber auch Zeitzeugen und Jugendliche an der Veranstaltung teil – ein schönes Zeichen, dass sich das Gedenken an die Schrecken unabhängig vom Alter durch große Teile der Bevölkerung zieht. Und ein Hoffnungsschimmer, dass die Geschichte des Ausländerkrankenhauses Mahlow weiterhin in Erinnerung bleiben wird.

Nähere Informationen zum Ausländerkrankenhaus erhalten Sie auf der Internetseite www.gedenkort-mahlow.de 

Kontakt zur Ideenwerkstatt:

Telefon: 03379 333-110
Fax: 03379 333-200
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