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Festveranstaltung in der Gemeinde
25.04.2016

"Über die Toten ist mehr bekannt als über die Überlebenden" - Gedenkveranstaltung am Ausländerkrankenhaus

Ein schöner Frühlingsabend in der Gemeinde: Die Abendsonne wärmt und taucht das zarte Grün an den Bäumen in ein magisches Licht. Eine leichte Brise bewegt die Zweige hin und her. Vögel zwitschern, Eichhörnchen klettern durch das Geäst. Nur ab und zu stört ein Flugzeug die Idylle am Rande des Wohngebiets. Doch die Geschichte des Ortes am Ende der Blankenfelder Ahornstraße ist alles andere als idyllisch. Von 1942 bis 1945 befand sich an dieser Stelle das sogenannte "Ausländerkrankenhaus". Ein Ort an dem Zwangsarbeiter so schnell wie möglich wieder für ihre Arbeit einsatzbereit gemacht werden sollten und ein Ort an dem mehr als 100 Ärzte und Pfleger ebenfalls als Zwangsarbeiter für das nationalsozialistische Regime arbeiten mussten.

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Gedenkveranstaltung am Ausländerkrankenhaus © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Der Befreiung des Krankenhauses vor 71 Jahren durch die Rote Armee gedachten am 22. April Mitglieder der Ideenwerkstatt der Gemeinde, gemeinsam mit Pfarrerin Anne Lauschus und einigen interessierten Besuchern. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurden die Namen zufällig ausgewählter Opfer verlesen. Sie stehen stellvertretend für die 1500 Männer, Frauen und Kinder, die an dieser Stelle ums Leben kamen. Anschließend wurden 14 weiße Rosen symbolisch den Nationen zugeordnet, aus denen Menschen im "Ausländerkrankenhaus" ums Leben kamen.

"Wir wissen wenig.", betonte die Historikerin und Mitglied der Ideenwerkstatt Dr. Ulrike Kersting, die in die Gedenkveranstaltung einführte. "Über die Verhältnisse und die in diesem Zwangsarbeiterkrankenhaus tätigen Menschen können wir oft nur Vermutungen anstellen. Was wir jedoch aufgrund eines penibel geführten Sterberegisters sehr genau wissen, sind die Namen der Verstorbenen, von denen oft auch das Geburts- und Sterbedatum und der Grund des Todes bekannt sind."

Gedenkort "Ausländerkrankenhaus"

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Gedenkveranstaltung am "Ausländerkrankenhaus" © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Das Ausländerkrankenhaus ist ein besonderer Gedenkort. Direkt nach dem Krieg wurden die meisten Baracken weitergenutzt. Hier siedelten sich vor allem kleinere Handwerkbetriebe an, die teilweise bis zum Ende der DDR an diesem Ort produzierten.

Fast wäre die Geschichte des Ortes in Vergessenheit geraten. Um dies zu verhindern beschloss die Gemeindevertretung dauerhaft an das "Ausländerkrankenhaus" und die Schicksale seiner Insassen zu erinnern. Mit der Umsetzung befasst sich seitdem die Ideenwerkstatt aus Bürgern der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung.

Vor drei Jahren wurde ein Rundweg um das Gelände eröffnet, der von neun Stelen gesäumt ist, auf denen die Geschichte des Ausländerkrankenhauses vermittelt wird.

Eine weitere Überlegung zum Ausbau des besonderen Erinnerungsortes ist die Errichtung einer Gedenktafel mit den Namen der Opfer – vielleicht ein weiterer Schritt zur Aufarbeitung der Geschichte in der Gemeinde.

Nähere Informationen zum Ausländerkrankenhaus erhalten Sie auf der Internetseite www.gedenkort-mahlow.de

Kontakt zur Ideenwerkstatt:

Telefon: 03379 333-110
Fax: 03379 333-200
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