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Junge auf einem Feldweg
© Gemeinde Blankenfelde-Mahlow 

Mahlow

Mahlow ist mit 1490 Hektar der größte Ortsteil der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Der Name leitet sich aus dem Urslawischen her und bedeutet soviel wie "Ort eines Mal".

Mahlow verdankt seine Ersterwähnung einer Urkunde von 1287, durch die Jakob von Vorlant zusammen mit seiner Tochter zwei Hufen (Flächenmass) an das Nonnenkloster in Spandau abtrat. Im Landbuch Kaiser Karls IV. wird Mahlow mit 53 Hufen aufgeführt. Es hatte bereits einen Krug und eine eigene Mühle. Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es zur Gutsbildung. Mitte des 19. Jahrhunderts nahm dieses mit 1.900 Morgen seine flächenmäßig größte Ausdehnung ein.

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Der Bahnhofsvorplatz in Mahlow um 1925. Rechts der 1911 eröffnete Gasthof "Lindengarten"

Die Gemeinde Mahlow hatte sich zu dieser Zeit von den Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs erholt, 14 Wohnhäuser mit 120 Einwohnern lassen sich nachweisen. 1875 wurde nicht nur der Gutsbezirk in Mahlow mit der Gemeinde vereint, sondern auch die Bahnhöfe der Berlin-Dresdener Bahn und der Königlich-Preußischen-Militäreisenbahn eröffnet. Auf der Strecke letztgenannter fanden zwischen Schöneberg und Zossen Schnellfahrversuche statt, die 1903 im Geschwindigkeitsweltrekord sämtlicher Verkehrsmittel gipfelten.

 

Aufbau und Zuwachs in und für Mahlow

Der Bau des zivilen Bahnhofs trug deutlich zum Aufschwung Mahlows bei. Die darauffolgenden Jahrzehnte wiesen eine rege Bautätigkeit und die Eröffnung zahlreicher Gasthöfe, mit dem Lindengarten sei hier nur der größte genannt, auf. Deutliche Verluste an Gefallenen und Zerstörungen waren in den beiden Weltkriegen zu beklagen. Für die Mahlower ging der Zweite Weltkrieg mit dem kampflosen Einmarsch der Roten Armee im April 1945 zu Ende.

Die Kampfkommandantur beschlagnahmte zwei Gebäude in der Maxim-Gorki/Ecke Poststraße und verfügte die gemeinsame Verwaltung Mahlows und Glasows. Die endgültige Eingemeindung Glasows erfolgte im Juni 1950. Im Mai 1963 konnte Mahlow mit dem Lindenring und dessen angrenzenden Straßen sowie dem Berliner Damm weiteren Gebietszuwachs von Blankenfelde verzeichnen. Mahlow wurde im Sommer 1945 Kreisstadt und blieb es bis zur endgültigen Auflösung des Kreises Teltow 1952.

 

Der Beginn einer neuen Zeit

Eine deutliche Zäsur setzte der Bau der "Mauer" im August 1961, an die Mahlow mit den Siedlungen Waldblick und Roter Dudel unmittelbar angrenzte. Der Verkehr nach Westberlin war damit bis zur Grenzöffnung am 9. November 1989, einmal abgesehen vom durch Westberliner LKW und der Berliner Stadtreinigung genutzten Grenzübergang zwischen Lichtenrade und Mahlow, unterbrochen. Mit dem Mauerfall entstand ein weiterer Bauboom, dem beispielsweise der Wohnpark Berliner Straße seine Entstehung verdankt.

Am 31. August 1992 wurde die S-Bahnstrecke wiedereröffnet. Die politische Wende brachte neue Strukturen mit sich. Ab dem 1. Januar 1992 gehörte Mahlow bis zur Bildung der Großgemeinde zum Amt Blankenfelde-Mahlow, ab Dezember 1993 zum neu gebildeten Landkreis Teltow-Fläming.

 

Glasow

Der Name Glasow leitet sich aus dem Urslawischen her und bedeutet vermutlich soviel wie "Ort des großen Steins". Erstmals erwähnt wird Glasow 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. mit 43 Hufen. Zu dieser Zeit hatte es bereits einen Krug und eine eigene Mühle.

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Die Ansichtskarte Glasows zeigt neben Kirche und Dorfstraße, die Mühle und Kolonialwarenhandlung

In Glasow kam es nicht zur Gutsbildung. Die Besitzverhältnisse waren kompliziert. Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte das Dorf zur Hälfte Adam von Schlieben, die andere Hälfte der Familie derer von der Liepe. Auch Glasow wurde während des Dreißigjährigen Krieges stark in Mitleidenschaft gezogen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts ist es auf 20 Wohnhäuser und 133 Einwohner angewachsen. Die Nähe zum Bahnhof Mahlow wirkte sich auch in Glasow förderlich auf die Bautätigkeit aus. Die Gemarkungsgrenze zu Mahlow in Höhe der heutigen Maxim-Gorki-Straße ist um 1900 mit respektablen Wohnhäusern vollständig bebaut.

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Das Priessnitzhaus wurde im Jahr 1927 als erstes Naturheilkrankenhaus in Deutschland eröffnet

Im September 1927 öffnete das erste Naturheilkrankenhaus Deutschlands seine Pforten, nachdem der Deutsche Bund der Vereine für naturgemäße Lebens- und Heilweisen zunächst eine Ferienkolonie für Berliner Kinder auf dem Gelände unterhalten hatte. 1951 kam auf dem Gelände gegenüber die Kreispoliklinik hinzu. Nach dem friedlichen Einmarsch der Roten Armee im April 1945 folgte zunächst die gemeinsame Verwaltung Glasows mit Mahlow, im Juni 1950 schließlich die Eingemeindung nach Mahlow. Mit Einführung des Einheitskatasters unter dem Namen Mahlow, wenig später, handelte es sich nicht nur um einen politischen Zusammenschluss, sondern zudem um die Auflösung der Gemarkung Glasow.

 

Ehemaliges Gemeindewappen

 

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Ehemaliges Wappen von Mahlow

Bis zur Gemeindegebietsreform am 23. Oktober 2003 führte Mahlow ein eigenes Wappen. Es beruhte auf einem Ortssymbol, das im Jahre 1987 anläßlich der 700-Jahrfeier der Gemeinde entstanden war. Die in diesem Entwurf verwendeten Motive Baum, Vogel und Wasser sollten auf die "Natur und Umwelt als Erholungs- und Heilungsfaktor" verweisen.

Die Wappenmotive waren heraldisiert worden; der Baum wurde als heraldische Linde und das Wassersymbol als Wellenbalken definiert. Wegen der damit erreichten besseren ästhetischen Wirkung wurde statt eines einzelnen Vogels ein Singvogelpärchen dargestellt.

Quelle: Susanne Wölfle-Fischer, Eine Großgemeinde und ihre historischen Wurzeln

 

Zahlen und Fakten

  • Fläche: 14,90 Quadratkilometer
  • Einwohner: 12.980 (Stand: März August 2017)
  • Postleitzahl: 15831
  • Vorwahl: 03379

 

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Gemeindelogo
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Logo der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow
Das Logo zeigt die fünf Orsteile der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow im geografischen Verhältnis zur Einwohneranzahl (rot - Mahlow, grün - Blankenfelde, orange - Jühnsdorf, blau - Dahlewitz, gelb - Groß Kienitz).