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17.11.2015

Anwohnerversammlung zur Inbetriebnahme der Notunterkunft für Flüchtlinge

Zu einer Anwohnerinformationsveranstaltung lud der Landkreis Teltow-Fläming am 16. November in die Sporthalle der Ingeborg-Feustel-Schule ein. Neben der Landrätin Kornelia Wehlan waren auch Bürgermeister Ortwin Baier, Sozialdezernentin des Landkreises Kerstin Gurske, Sachgebietsleiter der Ausländerbehörde Michael Klinkmüller, sowie die zukünftig in der Notunterkunft tätige Sozialarbeiterin anwesend um die Fragen des Publikums zu beantworten.

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Landrätin Kornelia Wehlan bei der Anwohnerinformationsveranstaltung in der Sporthalle der Ingeborg-Feustel-Schule

Ursprünglich als Veranstaltung für die unmittelbaren Anwohner der Flüchtlingsunterkünfte geplant, sprach sich der Termin schnell rum, so dass Interessierte aus dem gesamten Gemeindegebiet kamen. Die Sporthalle kam damit an ihre Auslastungsgrenzen. Dennoch fanden alle Anwesenden zum Veranstaltungsbeginn einen Platz in der Halle. Interessierte, die später kamen, konnten aus Brandschutzgründen jedoch nicht mehr in die Halle gelassen werden.

Schnell wurde klar, dass es sich bei der Anwohnerversammlung um eine emotional aufgeladene Veranstaltung handelte. Einige Besucher versuchten durch Zwischenrufe den sachlichen und informativen Charakter der Anwohnerversammlung zu stören. Das Podium, unterstützt von der geschickt agierenden ehrenamtlichen Moderatorin Leonie Neumann, schaffte es jedoch immer die Diskussion ruhig aber bestimmt auf die Sachebene zu bringen.

Landrätin Kornelia Wehlan führte in die Veranstaltung ein und gab einen kurzen Abriss über die Verteilung von Flüchtlingen von Bundes- auf Landes- und Landkreisebene. Die Flüchtlinge die der Landkreis Teltow-Fläming zugewiesen bekommt, werden wiederum auf die 14 Kommunen aufgeteilt, wobei sich die Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge nach der Einwohnerzahl richtet.

Wehlan weiter: "Die Unterbringung der Flüchtlinge ist eine Pflichtaufgabe, die zu erfüllen wir keine Wahl haben. Es handelt sich hierbei um keine einfache Aufgabe und es bedarf außerordentlichen Anstrengungen in kurzer Zeit menschenwürdige und winterfeste Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. An dieser Stelle richte ich meinen Dank an die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, die die ehemalige Kita Wirbelwind in kurzer Zeit zu einer winterfesten Notunterkunft ertüchtigen konnte."

Sozialdezernentin Kerstin Gurske führte aus, dass in Blankenfelde-Mahlow für das Jahr 2015 mit 438 Flüchtlingen zu rechnen ist. Im Jahr 2016 sind es nach derzeitigen Schätzungen 476 Flüchtlinge. Gurske wies darauf hin, dass sie für die Berechnung auf die Zahlen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge angewiesen sei. Diese können sich je nach Lage noch ändern, so vervierfachte sich die Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge seit Beginn des Jahres, was die Planung erheblich erschwerte. Die Erfahrung zeigt, so Gurske, dass im Durchschnitt 3 von 10 Flüchtlingen einen Aufenthaltsstatus erhalten, 2 verlassen das Land wieder und bei 5 nimmt die Prüfung viel Zeit in Anspruch, wodurch sich das Verfahren in die Länge zieht.

Die Anwohner hatten nun die Möglichkeit Fragen zu stellen. Einige dieser Fragen bezogen sich auf die Zusammensetzung der ankommenden Flüchtlinge. Die Sozialarbeiterin wies darauf hin, dass der Hauptteil der in der Gemeinde ankommenden Flüchtlinge aus Syrien kommen wird, auch eine afghanische Familie steht derzeit auf den Listen.

Eine weitere immer wiederkehrende Frage war die nach der Sicherheit für Flüchtlinge und Anwohner. Landrätin Wehlan bezeichnete dies als einen entscheidenden Punkt und konnte hier auf gute Erfahrungen aus anderen Kommunen verweisen. Sicherheitspartnerschaften existieren und werden von der Gemeinde weiter ausgebaut. Zusätzlich gibt es einen Wachschutz bei den Unterkünften. Des Weiteren hat die Polizei die Flüchtlingsunterkünfte in besonderer Weise in ihre Sicherheitsstrategie eingebunden und steht im täglichen Kontakt mit den Wohnheimen. Insgesamt kann hier auf ein engmaschiges Kooperationsnetzwerk zurückgegriffen werden.

Die Sozialarbeiterin lud die Anwohner diesbezüglich ein in die Notunterkunft zu kommen. "Ein jeder kann die ankommenden Menschen kennenlernen um die Beweg- und Hintergründe der Menschen zu verstehen und Vorurteile abzubauen."

Weitere Fragen der Anwesenden drehten sich um die Nachnutzung der zur Verfügung gestellten Gebäude. Bürgermeister Ortwin Baier wies darauf hin, dass die Notunterkunft in der Käthe-Kollwitz-Straße in spätestens zwei Jahren, wie geplant, abgerissen wird. An dieser Stelle entstehen dann barrierefreie Wohnungen, außerdem soll der neue Geschäftssitz der WOBAB dort eingerichtet werden. Die Kasernengebäude am Jühnsdorfer Weg seien in Privatbesitz, daher liegt es nicht im Ermessen der Gemeinde wie diese Gebäude weiterhin genutzt werden. Derzeit wird noch nach einer weiteren Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge in Mahlow gesucht. Auf diese Weise werden die Flüchtenden besser im Gemeindegebiet verteilt und sind nicht an einem Ort konzentriert.

Die ärztliche Versorgung war eine weitere Frage einer Anwohnerin. Hier konnte Bürgermeister Baier auf zwei zusätzliche Fachärzte im Gesundheitszentrum in Blankenfelde verweisen, die ihren Dienst in nächster Zeit antreten werden. Außerdem wird ein Behandlungsraum in dem Kasernengebäude eingerichtet, um die Flüchtlinge im Bedarfsfall vor Ort ärztlich versorgen zu können.

Die Frage nach dem Alltag der Ankommenden beantwortete wieder die Sozialarbeiterin. Ein intensiver Deutschkurs sei der Dreh- und Angelpunkt im Tagesablauf der Flüchtlinge. Weitere Angebote existieren bereits. Gern können sich die Bürger weiter einbringen und direkt vor Ort Vorschläge zu Kursen und/oder Freizeitgestaltung der Flüchtlinge machen.

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8-Bett-Zimmer in der Notunterkunft in der Käthe-Kollwitz-Straße

Im Anschluss an die Anwohnerversammlung machten viele Besucher von der Möglichkeit Gebrauch die Notunterkunft in der Käthe-Kollwitz-Straße zu besichtigen. Die Raumbelegung reicht von 4 bis 10-Bett-Zimmern, wobei jedem Flüchtling ein Bett und ein Spind zugesichert werden kann. Es gibt zwei Küchen mit ausreichenden Kochmöglichkeiten und einen Waschraum mit Waschmaschinen und Wäschetrockner.

Weitere Informationen zu den Flüchtlingen in der Gemeinde und Ansprechpartner zum Thema

 

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